Wie wir unseren Körper tagtäglich durch den Alltag bewegen, macht etwas mit uns und unserer Gesundheit. Zahlreiche positive Effekte sind an einer guten Körperhaltung gekoppelt. Erfahre, welche überzeugende Gründe für eine gute Posture sprechen.

Wir sind uns oft nicht darüber im Klaren, dass wir unseren Körper in unserem Alltag stiefmütterlich behandeln. Sehr häufig sitzen wir einfach viel zu viel und bewegen uns zu wenig. Das führt zu Haltungsschäden, Verspannungen und Schmerzen. 

Es zahlt sich aus, hin & wieder die Aufmerksamkeit unserem Körper zuzuwenden. Und unserer Körperhaltung. Eine aufrechte Körperhaltung ist gesund und hält uns körperlich jung. Warum aber entwickelt sich unser Körper in eine gekrümmte Haltung?

Die Ursachen einer schlechte Körperhaltung

Die Hauptursache für eine schlechte Körperhaltung lässt sich sicher mit Bewegungsmangel zusammenfassen. Muskeln wollen bewegt werden, damit sie in ihrer natürlichen Funktion aktiv bleiben. 

Oft ist es eine schwache Rumpfmuskulatur. Ist das Muskelkorsett der Körpermitte nicht stark genug, ist es anstrengend und schwierig, den Körper aufrecht zu halten. 

Zu vieles und zu langes Sitzen ist für den Körper belastend. Die Muskulatur passt sich der unausgeglichenen Position an. Meistens wird durch das Sitzen am Schreibtisch die Brustmuskulatur verkürzt, während die Rückenmuskulatur geschwächt ist. Wird der Kopf nach vorne geschoben, ist die Belastung für die Nackenmuskulatur sehr hoch, was Verspannungen begünstigt. 

Meist es ist es die einseitige Belastung, weil zu lange in der gleichen Position verharrt wird. Die Fehlhaltung wird so kontinuierlich antrainiert.

In den letzten Jahren befinden wir uns immer öfter in der sogenannten Display-Pose, die typische Körperhaltung, wenn wir uns auf unser Smartphone konzentrieren. Dabei schieben wir den Kopf nach vorne, die Schultern hängen vor und der Rücken wird rund.

Diese muskulären Dysbalancen erschweren es, den Körper in eine aufrechte Haltung zu bringen. Das ist eine häufige Ursache für Rückenschmerzen.

Auch Verletzungen können dafür verantwortlich sein, dass sich unsere Körperhaltung verschlechtert.

Wie im letzten Blog zu Embodiment mit dem Titel „Was eine aufrechte Körperhaltung mit Selbstbewusstsein zu tun hat“ (VERLINKEN) beschrieben, hat unsere Gemütslage sehr viel damit zu tun, wie wir unseren Körper aufrichten oder eben auch nicht. Schlechte Stimmungen, Kränkungen oder Depressionen drücken uns im wahrsten Sinne des Wortes nieder.

Warum es sich auszahlt, an einer guten Körperhaltung zu arbeiten:

Grund Nr. 1: 

Eine gute Körperhaltung hält uns jung

Die Lebenserwartung unserer Gesellschaft steigt kontinuierlich. Um auch länger fit, beweglich und jung zu bleiben, können wir aktiv vorsorgen, indem wir unseren Körper jung halten.

Die Geburtsurkunde sagt weniger über unser Alter aus als unser Körper. 

Halten wir uns geschmeidig, ausbalanciert und bewegt, können wir in hohem Alter davon profitieren. Wir haben weniger Beschwerden, fühlen uns gesamt aktiver und besser. Und alltägliche Tätigkeiten fallen uns leichter – zB. unsere Schuhe ohne Hilfsmittel zuzubinden. 

Auch unser Umfeld nimmt uns über unser Äußeres wahr. Gehen wir mit aufrechtem Körper durchs Leben? Oder gekrümmt? 

Grund Nr. 2:

Mehr Selbstbewusstsein und Präsenz mit einer aufrechten Körperhaltung

Unser Körper und unsere Psyche beeinflussen sich gegenseitig (VERLINKEN). Wir können uns im wahrsten Sinne des Wortes selber aufrichten. Bringen wir uns körperlich in eine energievolle, aktive Position, wirkt sich das auf unsere Stimmungslage aus. 

Aber auch wie wir von außen wahrgenommen werden, wird von der Körperhaltung beeinflusst. Ein aufrechter Körper strahlt etwas positives, energetisches aus. Wir werden anders wahrgenommen und somit auch anders behandelt. Die Ausstrahlung verbessert sich. 

Somit bekommen wir gutes Feedback von der Außenwelt, was sich wiederum positiv auf unser Selbstbewusstsein auswirkt.

Grund Nr. 3:

Ein aufgerichteter Körper schützt unseren Beckenboden

Ist der Körper gekrümmt, verändern sich die Druckverhältnisse im Bauchraum. Über dieses Thema habe ich im Blog xxxx geschrieben. (VERLINKEN auf BECKENBODENBLOG)

Wenn der Beckenboden nicht stark genug ist, geht der Druck direkt nach unten Richtung Beckenboden. Die Organe werden nach unten gequetscht. 

Es verschlechtert sich das Zusammenspiel der Muskulatur. Das belastet den Beckenboden. 

Gehen wir indessen in eine aufrechte Körperhaltung, schont und aktiviert das die Muskulatur des Rumpfes. Und des Beckenbodens. 

Grund Nr. 4:

Muskeln in Balance reduzieren Verspannungen und Rückenschmerzen

Ist der Kopf nach vorne gekippt, kommt hoher Belastung auf die Nackenmuskulatur, die sich dadurch verhärtet. Das fördert Verspannungen und die häufig auftretenden Verspannungskopfschmerzen. Die verhärteten Muskeln können sich auch auf die Nerven drücken und ein Taubheitsgefühl verursachen.

Diese Körperposition, auch als Geierhals bekannt, nehmen wir auch ein, wenn wir in unsrem  Smartphone versinken. Viele von uns verbringen sehr viel Zeit in dieser ungünstigen Position.

Wenn wir den Kopf über unseren Körper bringen, reduziert sich auch die Last, die auf die Nackenmuskulatur wirkt. Die Schultern wandern dadurch zurück und die Muskulatur kommt in eine ausgeglichenere Grundstellung.

Immer wieder die aufrechte Körperhaltung einzunehmen reduziert körperliche Beschwerden.

Grund Nr. 5:

Eine gute Körperhaltung schützt die Wirbelsäule

Die Bandscheiben zwischen den Wirbelkörpern brauchen Bewegung. Sie dämpfen bei Belastung den Druck ab und erholen sich, wenn die Belastung wegfällt. So bleiben sie gesund. 

Findet dieses Wechselspiel zu selten statt oder ist der Druck zu einseitig, ist das belastend für die Bandscheiben und die Wirbelkörper. Wenn sich die Muskulatur einseitig entwickelt, bringt das die Wirbelsäule aus ihrer natürlichen Krümmung. Das verändert die Druckverhältnisse auf die Bandscheiben.

Sitzen wir den ganzen Tag an einem Arbeitsplatz, der nicht ergonomisch eingerichtet ist und bewegen wir uns dazwischen auch wenig, ist die Belastung für die Wirbelsäule sehr hoch.

Ein starker Rumpf entlastet die Wirbelsäule. Die gestärkte Muskulatur hilft dabei, die Druckbelastung zu reduzieren. 

Gehen wir immer wieder in eine gute Körperaufrichtung, tut das der Wirbelsäule gut.

Grund Nr. 6:

Körperbewusstsein schützt vor Haltungsschäden

Hier arbeitet die Zeit für uns. Der gesamte Bewegungsapparat verändert sich im Laufe der Jahre. Je nachdem, wie wir unseren Körper pflegen. Sind wir über Jahre in einer schlechten Haltung und bewegen uns kaum, ist das Ergebnis nach einigen Jahren anders, als wenn wir uns immer wieder unserem Körper widmen, ihn aktiv, flexibel und bewegt halten.

Haltungsschäden wird vorgebeugt, wenn wir unsere Muskeln gestärkt halten, uns regelmässig bewegen und zu lange einseitige Belastungen reduzieren.

Ein aufrechter Körper hält Phasen einer größeren Belastung besser aus und erholt sich schneller.

Grund Nr. 7:

Bessere Atmung und eine stärkere Stimme mit einer aufrechten Körperhaltung

Eine gekrümmte Körperhaltung erschwert es, tief zu atmen. Das Zwerchfell hat nicht ausreichend Platz um sich nach unten aufzuspannen. Das gesamte Atemsystem kann sich nicht voll entfalten. Dadurch wird die Atmung flach. 

Wir brauchen aber eine tiefe Atmung, damit unser Körper gut mit Sauerstoff versorgt ist. Richten wir uns auf, geben wir dem Zwerchfell und der Lunge Platz. Die Atemwege werden geöffnet und eine tiefe, volle Atmung ist möglich. Eine tiefe Atmung beruhigt auch. Wir fühlen uns entspannter und fokussierter. 

Auch unsere Stimme wird kräftiger und voller, wenn wir in einer aufrechten Haltung sind.

Grund Nr. 8

Bessere Verdauung mit einer aufrechten Körperhaltung

Genau wie bei der Atmung braucht auch unsere Verdauung Platz, um gut zu arbeiten. Speiseröhre, Magen und Darm werden gestaucht, wenn wir gekrümmt sind.

Sind wir gut aufgerichtet, verringern wir den Druck im Bauchraum. Dadurch bekommen die Organe mehr Platz und können dadurch besser arbeiten. 

Grund Nr. 9

Körperbewusstsein für eine bessere Lebensqualität

Über unseren Körper können wir viel dazu beitragen, unsere Lebensqualität zu verbessern. Alle angeführten Gründe zusammen sind schon ein sehr gutes Argument. Find ich zumindest.

Wir fühlen uns wohler, wenn wir unsere Körper jung, beweglich, stark und aufrecht halten. Wenn uns bewusst ist, dass wir da einiges in der Hand haben, können wir dieses Bewusstsein ganz gezielt anwenden. 

Ist der Körper aufgerichtet, verbessert sich automatisch die Körperform. Der Bauch wird durch die aufrechte Haltung flacher. Unsere Körpersilhouette verändert sich in eine günstige Richtung. 

Die Lösung. So verbesserst du deine Körperhaltung

Nach der Auflistung der vielen Vorteile einer guten Körperhaltung stellt sich jetzt die Frage, welche Schritte wir konkret setzen sollen, um die Körperhaltung zu verbessern.

Bewusstsein

Der erste Schritt ist, dass wir uns darüber bewusst werden, wir wir unseren Körper die meiste Zeit des Tages positionieren. Ist der Körper meistens gekrümmt? Sitzen wir zu lange in der gleichen Position? Wann treten Verspannungen auf? Wann und wie oft habe wir Rückenschmerzen?

Analysieren wir unsere Körperhaltung in diesen Situationen, können wir an kleinen Schrauben ziehen und Änderungen hervorrufen.

Bring immer wieder den Kopf direkt über den Rumpf. Dadurch entlastest du die Nackenmuskulatur. Idealerweise verbindest du gleich ein paar Mobilisierungsübungen damit – wie zB. den Kopf vorne von links nach rechts rollen oder seitlich Richtung Schultern dehnen.

Schau dir immer wieder deine Schultern an. Hast du sie angespannt und nach oben gezogen? Oder sind sie locker? Kreise ein paar mal mit deinen Schultern und nimm wahr, wie gut das tut.

Erinnern wir uns immer wieder daran, den Körper bewusst aufzurichten, verlassen wir festgefahrene schlechten Haltungsmuster. So bringen wir Bewegung rein und vermeiden dadurch, dass sich muskuläre Dysbalancen manifestieren. Je öfter du dich daran erinnerst, eine aufrechte Haltung einzunehmen, desto vertrauter wird es für dich. Es fühlt sich kontinuierlich immer normaler an, deine Haltung zwischendurch gut aufzurichten. Irgendwann wird es ganz normal.

Sitzpositionen häufig ändern

Den ganzen Tag ganz aufrecht zu sitzen, würde uns auch sehr anstrengen. Auch das würde uns verspannen. Der Körper will bewegt und stimuliert werden. Du reduzierst einseitige Belastungen, wenn du dich immer wieder bewegst und dich anders positionierst.

Dadurch verändern sich auch die Belastungen, die auf uns einwirken. Die Einseitigkeit wird etwas vermindert. Das trägt sehr viel dazu bei, wir wir nach einem langen Bürotag nach Hause gehen.

Mehr Bewegung einbauen

Das ist sicher der allerbeste Tipp in diesem Zusammenhang. Wir brauchen Bewegung. Bewegung bereichert unsere Gesundheit auf sehr vielen Ebenen. Bau überall Bewegung ein, wo es möglich ist. Das kommt auch deiner Körperhaltung zugute. 

Überlege, wo du in deinem Alltag mit kleinen Änderungen mehr Bewegung einbauen kannst. Ein sehr einfaches Beispiel sind Treppen. Wir begegnen diesen kostenlosen Fitnesscentern verteilt durch den Tag bei vielen Gelegenheiten. Begrüße sie als Einladung zu einer kleinen Bewegungseinheit. Meide alle Aufzüge und Rolltreppen. Das ist nur ein Beispiel. Welche Möglichkeiten fallen dir noch ein?

Plane Bewegungseinheiten fix in deinen Kalender ein. Die aufrechte Körperhaltung ist nur einer der vielen positiven Nebeneffekte von regelmäßigem Training.

Core-Stability stärken

Die aufrechte Körperhaltung kann anstrengend sein, wenn unsere Rumpfmuskulatur nicht stark genug ist. Je stärker unsere Tiefenmuskulatur ist, desto besser können wir uns aufrecht halten. Die Tiefenmuskulatur – die Core-Stabilty schützt uns wie ein inneres Korsett, stabilisiert uns und gibt uns auch Sicherheit bei ganz alltäglichen Handlungen.

Die Core-Stability stärkt unsere Mitte und zentriert uns. 

Beckenboden stärken

Das trifft auch auf die Muskulatur unseres Beckenbodens zu. Sie schließt den Rumpf nach unten hin ab. Der Beckenboden ist die Basis unseres weiblichen Wohlempfindens. 

Mit einer gestärkten Basis lässt sich der Körper leichter aufrichten.

Wirbelsäule mobil halten

Wir wollen nicht wie Frankenstein wie ein Stock aufrecht starr sein. Sondern das Ideal ist die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Krümmung mit ihren natürlichen Bewegungsmöglichkeiten. 

Mobilisierungsübungen tun uns gut, um diese Beweglichkeit zu behalten, die wir auch im Alltag sehr gut gebrauchen können. Mobilisierungsübungen gehen Blockaden bewusst an und machen sie oft erst sichtbar.

Eine mobile Wirbelsäule hält uns jung und geschmeidig.

Muskuläre Dysbalancen ausgleichen

Muskulären Dysbalancen können wir bewusst gegensteuern, indem wir die geschwächte Muskulatur stärken und die verkürzte Muskulatur dehnen. 

Pilates ist dabei die ideale Trainingsform, da die Übungen gezielt dieses Ungleichgewicht angehen und ausgleichen.

Grundsätzlich ist es nicht schlicht die aufrechte Haltung, die so zentral ist. Sondern die Möglichkeit, die natürliche und aufrechte Haltung einzunehmen. Und noch wichtiger, sie überhaupt einnehmen zu können. Lange und dauernde Fehlbelastung nimmt uns diese Möglichkeit. Aber wir können etwas dagegen tun und dieses Thema aktiv angehen.

Deswegen ist es so wichtig, uns regelmässig und viel zu bewegen, die Core-Stability zu stärken, muskuläre Dysbalancen auszugleichen und die Wirbelsäule mobil zu halten.

Ich wünsch dir noch einen schönen Tag!

Alles Liebe

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